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Schlafen Fische eigentlich?
Fische verschlafen einen guten Teil ihres Lebens. Ein schlafender Fisch ist für uns Menschen aber nur schwer zu erkennen, denn Fische haben keine Augenlider,
die sie schließen könnten. Viele sind nachts blind und verstecken sich unter Steinen, in Höhlen oder Riffspalten, um vor Räubern geschützt zu sein. Die Schlafphase der Fische dient aber nicht nur dem
Schutz vor Feinden, sondern auch der Regeneration.
Während der Nachtruhe fahren sie ihren Stoffwechsel deutlich herunter, Atmung und Herzschlag werden reduziert. Das spart kostbare Energie. Fische sind im Schlaf jedoch nicht völlig weggetreten. Sie
reduzieren zwar deutlich ihre Aufmerksamkeit, fallen aber niemals in eine Tiefschlafphase.
Es gibt natürlich auch nachtaktive Fische. Muränen, Makrelen und Zackenbarsche zum Beispiel begeben sich in der Dämmerung auf die Jagd. Laternenfische besitzen unterhalb ihrer Augen Licht erzeugende Organe, die sie des Nachts wie Taschenlampen zur Jagd einsetzen. Bei Sonnenaufgang, wenn andere Fische munter werden, begeben die Nachtjäger sich zur Ruhe.
Fische, die starken jahreszeitlichen Schwankungen ausgesetzt sind, passen ihre Aktivitätsphasen zusätzlich dem Jahresrhythmus an. Viele unserer Seefische, vor allem die karpfenartigen, halten Winterruhe. Bei Kälte und Nahrungsmangel werden die Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert. In unseren Bächen tobt im Winter jedoch das Leben. Das kalte Wasser ist sauerstoffreich und voller schmackhafter Insektenlarven. Ideale Bedingungen für die lachsartigen Fische, aktiv zu werden und im November mit der Fortpflanzung zu beginnen.
Was machen die Fische im Winter?
Im Winter kann man keine Ringe auf der Wasseroberfläche der Seen, Bäche und Flüsse beobachten, weil die Fische nicht nach Insekten schnappen. Wenn das Wasser
langsam kälter wird und zum Teil auch gefriert, beginnt die ruhige Zeit für die Fische. Sie bewegen sich nur so viel, wie unbedingt nötig ist.
Sie leben von ihren Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen haben und von den restlichen Pflanzen und kleinen Lebewesen, die sie im Winter noch im Wasser finden können. In der kalten
Jahreszeit ist der Kreislauf des Fisches ganz auf Sparflamme gestellt. Der Fisch passt auch seine Körpertemperatur der Wärme des Wassers an; wird das Wasser kälter, wird der Fisch kälter. Wird das
Wasser im Frühjahr wieder wärmer, nimmt die Körpertemperatur des Fisches wieder zu ...
In allen Gewässern verhalten sich die etwa 60 verschiedenen Fischarten gleich: Forellen, Saiblinge, Äschen, Karpfen und Hechte - alle verstecken sich im Winter unten im Wasser und warten auf den Frühling.
Bis auf ein paar Ausnahmen: Die Schleie zum Beispiel hält einen Winterschlaf. Sie gräbt sich in den Schlamm auf dem Boden des Sees ein und schläft, bis die Temperatur des Sees wieder steigt. Und es gibt auch Fische, die werden ganz besonders aktiv im Winter: zum Beispiel der Huchen, der größte Fisch in Bayern, der bis zu 25 Kilogramm schwer werden kann.
